Dario & Spinfire
Dario & Spinfire: „Libertà“
Romanisch und eigenständig
Ja wieso auch nicht, warum sollte romanisch gesungener Rock nicht funktionieren? Dario & Spinfire beweisen, dass das wunderbar und absolut klischeefrei funktioniert. Die junge Gruppe aus dem Engadin kombiniert auf „Libertà“ rotzigen Rock mit punkigem Einschlag, zeitlosen Singer/Songwriter-Tugenden und herzerwärmenden Balladen. Dazu singt Dario Widmer in der Sprache seiner Heimat – direkt, unverblümt und absolut authentisch. Viva la Grischa, viva Dario & Spinfire!
Die Flügel sind zu einem Herz verbunden. Sie gehören einem jungen Mann, der seine Gitarre auf den Boden schlägt. Das Coverbild von „Libertà“ verrät eine ganze Menge über Dario Widmer, den musikalischen Kopf hinter Dario & Spinfire. „Es soll meine verschiedenen Seiten zeigen“, klärt der 21-Jährige aus dem Engadiner Dorf Zernez auf. „Ich habe als Singer/Songwriter angefangen und bin quasi als Softie bekannt geworden. Aber da gibt es auch noch meine rockige, aggressive Seite. Es war das Ziel für die CD, meine verschiedenen Seiten zum Ausdruck zu bringen.“
In eine Schublade gesteckt zu werden, das macht für Dario Widmer keinen Sinn. Dem Erfolg nachrennen will der junge Wilde ebenso wenig. Sonst müsste er braven Mundartrock machen, mit mehrheitsfähigen Texten, die alle zwischen acht und achtundachtzig Jahren nachsingen können. Das funktioniert bei Dario & Spinfire nicht, dafür sind Sänger und Songwriter Dario Widmer, Gitarrist Rico Pourger, Michael „Lupo“ Reimann am Bass und Schlagzeuger Pädu Ziswiler viel zu freiheitsliebend und eigenständig. Sie wollen von niemandem abhängig sein, von offensichtlichen Vorbildern für die Musik der Band will Widmer auch nichts wissen. Er höre zwar gerne Ska-P oder Mundartrock, Parallelen dazu sucht man in seiner Musik aber vergebens. Gut so! Vielleicht ist es der harte Kopf der Bündner Bergler, vielleicht die Distanz zu musikalischen Zentren, welche dazu geführt haben, dass aus der Musik von Dario & Spinfire ein kantiger und einmaliger Rohdiamant geworden ist. Eine Rolle spielen solche Überlegungen für die Engadiner, die sich mit dem Luzerner Pädu Ziswiler verstärkt haben, höchstens am Rande. Erlaubt ist was gefällt! Dass ihm dieser selbstbewusste Gang ohne Rücksicht auf Verluste schon Vergleiche mit einem gewissen Gölä eingebracht hat, erfüllt Dario Widmer nicht ohne Stolz. Dem Berner Büezer nacheifern mag er aber nicht, ihm geht es einzig und allein darum, sein Ding durchzuziehen.
Ach ja, immerhin will Dario Widmer rockender Botschafter für die romanische Sprache werden. Er denkt zwar auf Deutsch, weil seine Eltern einst aus dem Unterland ins Engadin gekommen sind, aber Romanisch ist ganz klar die Sprache des Herzens, der Emotionen. Nicht umsonst heisst ein Stück „Tegna meis Cour“ – „halte mein Herz“. „Ich habe zwar probiert, Songs auf Deutsch zu schreiben, aber ich konnte meine Gefühle nicht gleich präzis auf Deutsch ausdrücken wie auf Romanisch“, verrät Dario Widmer, der seit dem fünften Lebensjahr im Unterengadin lebt. Für seinen romanischen Mix aus Pop und Rock sieht er westlich von Chur keine Sprachgrenze – im Gegenteil! „Es ist überraschend, wie gut wir bis jetzt auch im Unterland angekommen sind. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass unsere Musik auch in Italien oder Spanien verstanden wird.“
Vorerst wollen Dario & Spinfire aber in heimatlichen Gefilden abrocken. Nach der Zeit als Solo-Interpret freut sich Dario Widmer auf energiegeladene Konzerte mit seinen Kollegen, zuerst im kleinen Rahmen, später auch auf grösseren Open-Air-Bühnen. Die Qualität dazu haben die romanischen Rockhymnen von „Libertà“ allemal!
Quelle: http://www.dario-music.ch/index.php?link=Biografie, 09.06.2011